
Hansenbecher von 1683, der am 5. Mai 1996 aus einer Vitrine des Museums auf Burg
Rheinfels gestohlen wurde. Von den Tätern fehlt noch jede Spur. |
Der Hansenorden zu St. Goar ist aus einer
mittelalterlichen Kaufmannsgilde entstanden, in die jeder eintreten mußte, der in der
Stadt auf Märkten und Messen Handel treiben wollte. Die
Ordensvereinigung wurde erstmals um 1460 urkundlich erwähnt, man ist jedoch sicher, daß
sie bereits im 13. Jahrhundert, in der Zeit der Hanse und Städtebünde, entstanden ist,
denn zu dieser Zeit war St. Goar als Residenz der Grafen von Katzenelnbogen ein
bedeutender Stapel- und Umschlagplatz am Mittelrhein.
Aus der Überlieferung weiß man, daß der Fremdling, der in den Orden
aufgenommen werden wollte, nach einem gewissen Zeremoniell früher an ein Halseisen am
Zollhaus angekettet wurde. Zwei Paten mußten für ihn bürgen.
Die sogenannte Hansung läuft auch heute noch ab wie im Mittelalter, nur nicht
am Zollhaus, sondern meist auf Burg Rheinfels oberhalb von St.Goar, dem Sitz des
Internationalen Hansenordens e. V. zu St. Goar am Rhein. Burg Rheinfels ist die Ordensburg
der Hansen.
Hier findet jährlich am ersten Wochenende im August das Hansenfest statt, und hier wird der Konvent, die
Generalversammlung, im selbsterbauten Hansensaal abgehalten.
Gemäß Verfassung hat der Hansenorden
folgende Aufgaben: Erhaltung und Ausbau der Burg Rheinfels, Pflege alten Brauchtums und
Erforschung des geschichtlichen Werdeganges der Heimat.
Pflicht eines jeden Hansen ist es, mit den Brüdern auf der ganzen Welt
aufrichtige Freundschaft zu pflegen. Wo es möglich ist, helfen sich die Hansen
gegenseitig in allen Belangen. Der Hansenorden ist frei von politischen und religiösen
Bestrebungen und soll völkerverbindend wirken.
Bei der Mitgliedschaft wird Wert auf den guten Leumund gelegt. Deshalb müssen
auch heute noch zwei Paten die Bürgschaft für den zu Hansenden übernehmen.
In unserer Gemeinschaft sind alle Berufe und Bevölkerungsschichten vertreten. |