Internationaler Hansenorden e. V.
zu St. Goar am Rhein Hansenbecher
von Karl dem Großen | von 1683 (am 5. Mai 1996 gestohlen) | von 1591
Dioramen-Schau
im Stockhaus neben
dem Hansensaal auf Burg Rheinfels, Miniatur- Weltgeschichte, 3700 Figuren, 18 Dioramen
Hansenfest auf Burg Rheinfels St. Goar
Konvent, Wassertaufen, Weintaufen,
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Der Hansenbecher von 1591 wurde im Jahre 1996 dem Hansenorden zum Kauf angeboten. |
Der Hansenbecher aus dem
Jahre 1591
Kurzer Bericht
Das Wahrzeichen des Internationalen Hansenordens e. V. zu St.Goar am Rhein ist
der Hansenbecher.
In früheren Zeiten wird von drei wertvollen Silberbechern berichtet.
Der zweite Becher, gestiftet 1591 durch Friedrich V. von der Pfalz anläßlich
seines Besuches und sehr wahrscheinlich seiner Hansung in St. Goar, trägt die Inschrift:
Zu Ehren S Goar am Rein,
Ist gar woll und fein,
Der lantgreffischer Verhans Stat
Dis Drinck Geschir gemagt
Er befand sich bis 1848 noch im Besitz des Numismatikers (Münzwesenforschers)
Bohl in Koblenz.
1996 wurde er dem Hansenorden zu einem sechsstelligen Betrag zum Kauf angeboten.
Der Hansenorden sucht noch Spender und Sponsoren zum Kauf dieses Hansenbechers
von 1591.
Sie erhalten eine steuerlich absetzbare Spendenbescheinigung, bei einer
Überweisung mit dem Verwendungszweck Spende Hansenorden St. Goar auf das
Konto der Verbandsgemeinde-Verwaltung St. Goar-Oberwesel, Nr. 2 200 012 bei der
Kreissparkasse Rhein-Hunsrück (BLZ 560 517 90) und zum Einrahmen unterschiedlich große
vierfarbige Abbildungen dieses Hansenbechers je Spende in Höhe von 50 DM, 200 DM, 500 DM,
1000 DM und größerer Beträge. |
Der Hansenbecher aus dem Jahre 1591
Ausführliche Darstellung
Der Hansenbecher
von 1591 wurde im Jahre 1996 dem Hansenorden zum Kauf angeboten. |
Im Mai 1996 wurde dem
Hansenorden von der Galerie Neuse aus Bremen der seit 1848 verschollene Hansenbecher von
1591 angeboten.
Der Hansenorden bemüht sich zur Zeit darum, diesen Hansenbecher
zurückzukaufen.
Der Hansenbecher von 1591 ist ein kunst- und kulturhistorisch bedeutendes
Kunstwerk, welches aufgrund der gravierten Inschrift in engem Zusammenhang mit der
Geschichte der Stadt St. Goar und ihrem traditionsreichen Hansenorden steht.
Der Becher wurde von 1591 bis 1678 benutzt. Die Bedeutung der Stadt St. Goar als
Umschlags- und Handelsplatz wird durch die hohe Anzahl von Namensgravierungen deutlich.
Besonders interessant ist dabei zu beobachten, wie einige Epochen durch viele
Neuaufnahmen in den Hansenorden, z. T. in nur wenigen Jahren, hervortreten.
Somit ist dieser Becher eine historische Urkunde, Spiegelbild der
Wirtschaftsgeschichte St. Goars am wichtigen internationalen Transportweg Rhein. |
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Hansenbecher aus dem Jahre 1591
Silber, gegossen, getrieben, graviert, teilvergoldet
St. Goar, 1591
Mz.: Wilhelm Reinhart (Seine Witwe heiratet 1618 den Silberarbeiter Gregorius
Vinckart in Frankfurt am Main; Wilhelm Reinhart wird bei Wolfgang Scheffler: Goldschmiede
Rheinland Westfalens, Bd. 2, S. 924 als einziger nachweisbarer Goldschmied in St. Goar
genannt)
Höhe: 19 cm;
Gewicht: 340 g
Widmungsinschrift:
ZU EHREN S GOAR AM REIN
IST GAR WOLL UND FEIN
DER LATGREFFISCHER VERHAS STAT
DIS DRINCK GESCHIR GEMAGT
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Der Becher mit abgetrepptem, mehrfach profiliertem und vergoldetem Fuß wird
von drei gegossenen Löwenfiguren auf rechteckigen Standflächen getragen. Die Wandung des
steil konisch verlaufenden Gefäßes ist am Lippenrand mit einem umlaufenden, vergoldeten
Ornamentband verziert. Die gravierten Motive setzen sich aus einer Blattgirlande und sechs
unterschiedlichen Vogeldarstellungen zusammen. In seiner stilistischen Ausprägung
entspricht das Trinkgeschirr der für das späte 16. Jahrhundert typischen Formensprache
der Renaissance. Der silberne Becherkörper ist vollständig mit 43
eingravierten Wappen bzw. Hausmarken, z.T. mit Initialen, bedeckt. Die in unterschiedlich
große Kreisformen eingestellten Gravierungen sind zum größten Teil in sechs vertikal
und fünf horizontal verlaufenden Reihen angeordnet. Insgesamt 22 der 43 gravierten,
teilweise mit Initialen und Jahreszahlen gekennzeichneten Wappen und Hausmarken wurden in
den Jahren 1591 bis 1596 an dem Becher angebracht. Daraus erschließt sich ein Zeitraum im
letzten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts, in welchem das Silbergefäß vorrangig verwendet
wurde.
Die zwei herausragenden Wappen der Stadt St. Goar und der Landgrafen von Hessen
sind aufgrund der Datierung von 1591 als die frühesten Gravuren einzuordnen. Der
Schwerpunkt liegt mit neun Eintragungen auf dem Jahr 1592, gefolgt von fünf Gravierungen
im Jahr 1595. Je vier Gravuren wurden in den Jahren 1593 und 1594 angebracht.
Weitere Datierungen folgen in den Jahren 1618 (1 Gravur), 1619 (2 Gravuren),
1631 (1 Gravur), 1632 (1 Gravur), 1636 (3 Gravuren) und 1654 (2 Gravuren).
Die letzte datierte Gravierung wurde 1678 angebracht, jedoch nur in Form eines
Namenszuges ohne Wappen oder Hausmarke. Des Weiteren sind an der Becherinnenseite
zahlreiche Schriftzeichen eingeritzt, von welchen aber nur ein Wappenschild mit der
Jahreszahl 1654 am inneren Lippenrand zu identifizieren ist.
Besonders gut sind die gravierten Wappen unterhalb der Inschrift gearbeitet, die
folgende Personen des Adels nennen: Christof Graf Leiningen, Herr zu Westerborck und
Schambo (undatiert), Andreas Wilhelm von Nassau (1594) und Wilhelm von Pulheim (1596).
Über der gravierten Widmungsschrift befinden sich zwei großformatige Wappen,
welche mit der Jahreszahl 1591 datiert sind. Rechts das Stadtwappen von St. Goar, links
das Wappen der Landgrafen von Hessen. Diesen beiden Gravuren folgt die Widmungsinschrift,
welche sowohl auf die landgräfliche Herrschaft als auch auf die Stellung der Stadt St.
Goar als Sitz des Hansenordens verweist.
Entgegen der Überlieferung, daß Friedrich V. von der Pfalz den Becher
gestiftet haben soll, befindet sich am Becherboden ein getriebenes und vergoldetes
Medaillon, welches von einer Zopfgirlande gerahmt wird, mit einem Wappen bzw. einer
Hausmarke im Schild und den Initialen S H. Das Zeichen birgt die Hagalrune und die
abgerundete Sigrune. Möglicherweise handelt es sich hierbei um das Wappen des Stifters,
da dieses Medaillon aus goldschmiedetechnischen Gründen schon bei der Herstellung des
Silbergefäßes am Becherboden eingearbeitet wurde.
Das silberne Trinkgeschirr aus St. Goar stellt ein wichtiges Zeugnis der
deutschen Goldschmiedekunst gegen Ende des 16. Jahrhunderts dar, welche unter anderem
geprägt ist von dem traditionsreichen Zunft- und Ordenswesen deutscher Städte.
Neben seiner kunstgeschichtlichen Bedeutung enthält das Silbergefäß auch eine
kulturelle Aussage, da es in vorzüglicher Weise das Brauchtum und die Sitten vergangener
Zeiten überliefert und gerade im regionalgeschichtlichen Rahmen in seinem historischen
Wert für St. Goar zur Geltung kommt.
Der Becher befindet sich in einem hervorragenden Erhaltungszustand und zeichnet
sich durch eine sehr qualitätsvolle handwerkliche Verarbeitung aus. Er ist sowohl in
künstlerischer als auch in kultureller Hinsicht ein bedeutendes Zeugnis mittelrheinischer
Goldschmiedekunst. |
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Becherbeschreibung
Auf dem Becher befinden sich 43 gravierte Wappen und Hausmarken mit Namen und
Initialen, die zwischen 1591 und 1678 datiert und wie folgt zu lesen sind:
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Über der Widmungsinschrift:
1. Wappen: 1591 landgräfliches Wappen (Wilhelm IV. von Hessen-Kassel,
15321592)
2. Wappen: 1591 Stadtwappen der Stadt St. Goar
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Unter der Widmungsinschrift:
3. Wappen Graf zu Leiningen, Westerburg-Schaumburg; Motto: SEPER FREY, CHRISTOF
GRAF LEININK HER ZU WESTERBORCK UND SCHAMBO
4. Allianzwappen rechter Teil (Draufsicht) Lamm der Fürstabtei Prüm
(Oberlehensherr der Grafen zu Katzenelnbogen in Sankt Goar bis 15. Jahrhundert) mit W(r) +
H (1), I: NS A M S, datiert 1636
5. Wappen, ANDREAS WILHELM VON NASSAU 1594
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6. Wappen, WILHELM VON PULHEM ANO 96 (3 Hämmer Grafen zu Hammerstein bei
Neuwied [Burg wiederholt Aufbewahrungsort der Reichsinsignien])
7. Hausmarke, JOHAN LEHE MICH (1465 plus H = 200 = 1665 [Stabzahlen und
Hausmarken des Cornelius Agrippa v. Nettesheim. De occulte Philosopia libri
III." 1567 erschienen.])
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8. Wappen + Initialen: T S R, 1636 (Arm mit Schwert = Marktfrieden, wohl Goarer
Aufsicht über die Märkte)
9. Wappen, JOHAN HAESBART AO 1619
10. Wappen + LBDL 1654 GK (1. und 4. Feld Wappen der Stadt St. Goar)
11. Wappen + IA B I U C 1636 (Schlange über Dreiberg, lat. Biscia = Visconti)
12. Wappen + W U Z G H 1654 (oben Grafschaft Nidda, unten Schaumburg)
13. Hausmarke + Initialen: E O W
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1. Reihe:
1.1. Wappen + Initialen: O V B 1632
1.2. Hausmarke + Initialen: P S 1592 M G W M Z F
1.3. Hausmarke + Initialen: E C 1592 M H Z G
1.4. Wappen + Initialen: I G / H W D W D B M S
1.5. Hausmarke + Initialen: P H 1592 W G V H W G
1.6. Hausmarke + Initialen: I F E 1592 G A D E
2. Reihe:
2.1. Hausmarke + Initialen: B A, Ao 92 BARTI IOLOAES ASTEL ABBAS VE ERIS MONTIS
2.2. Hausmarke + Initialen: P G, Ao 92 L M S U D N N C A N U G K A D
2.3. Wappen + Initialen: D B, G A D E ANNO D(omini) 1592
2.4. Wappen + Initialen: I H R, 1592 W A G T H W G
2.5. Hausmarke + Initialen: H V M, 1592 B D S M G ANNO 1592
2.6. Hausmarke,1593 IANSSEN VON HAEREN ENGEL
3. Reihe:
3.1. Hausmarke, 1593 datiert
3.2. Wappen, 1593 datiert D: IOH WIMPHFELINGK NE HOC OUIDEM
3.3. Wappen, 1593 datiert IAC WIMPHFELINGK ARTE ET MARTE
3.4. Wappen, ANNO 94 MELCHIOR VON HINISDAL
3.5. Hausmarke, AO 94 ADAM RUMERSKIRCHEN
3.6. Hausmarke, 94 ARNOLDT LEUTTRINCHAUSEN
4. Reihe:
4.1. Hausmarke + Initialen: CB, ANNO 1595 Z G M H A T I W
4.2. Hausmarke + Initialen: H V, A 95 PATIENTII EST ASHISTENTII
4.3. Wappen, ANNO 1595 PETER BECKS
4.4. Hausmarke, ANNO 1595 JOHAN ITER
4.5. Hausmarke, 1595 datiert NIKLAUS REISHOLTZ W G W S O I M Z
4.6. Wappen + Initialen: W F, 1596 datiert
5. Reihe:
5.1. Wappen, JACOB VAN BEECK AO 1619
5.2. Hausmarke, 1618 datiert ABRAHAM BARDMANS
5.3. Wappen, PETER VON DEN BERGHN n.d.
5.4. Wappen, JOHAN REUTTER STUCK GIES D S C
5.5. Wappen oder Hausmarke, 1631 datiert IOHAN CONRADT DER IUNGER
5.6. Wappen oder Hausmarke, n.d. GERHART VON SONTHEN
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Sonstiges:
MATTIAS
IGNATIUS
LETTNER
KAY:
SECRE mit Wappen, darin schreitender Löwe, Schild wird von Engel gehalten
JOHANN VON HOSSELT 1678
Im Boden ist ein vergoldetes Medaillon eingearbeitet: im Schild eine Hausmarke
mit den Buchstaben S und H.
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LITERATUR:
SCHEFFLER, Wolfgang: Goldschmiede Rheinland-Westfalens, Bd. 2, Berlin 1973, S.
924
HEYEN, Franz-Josef (Hrsg,): Zwischen Rhein und Mosel, Der Kreis St. Goar, Boppard 1966
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